Troyes ist im Wesentlichen eine Stadt des XVI. Jahrhunderts. Des « Schönen XVI. Jahrhunderts », wie man hier zu sagen beliebt. Die heutige Form der Stadt, sowohl was den architektonischen, als auch den städtebaulichen Aspekt betrifft,stammt aus dieser Übergangsepoche zwischen dem Mittelalter und der Renaissance. Ein großer Brand räumte damals zwar gründlich auf, die von den Flammen verschlungenen Wohngebäude wurden jedoch quasi identisch und an der gleichen Stelle wieder aufgebaut. Die reicheren Einwohner von Troyes wählten nun ein weniger entflammbares Material. Daher kann man hier noch heute eine Aneinanderreihung von Fachwerkhäusern, die vom Volk gebaut wurden, sowie vornehmer Stadtpalais aus Stein, die vom Bürgertum stammen, beobachten. Hieraus besteht der genetische Code von Troyes, seine tiefe Identität.

Die Stadt in ihrem heutigen Erscheinungsbild ist somit die direkte Erbin der mittelalterlichen Stadt, die dem historischen Zentrum seine so charakteristische Form eines Champagnerkorkens verliehen hat, wie in weiser Voraussicht des Weins, der der berühmteste der Welt werden sollte und der vor den Toren von Troyes angebaut wird...

Eine Stadt mit einem so respektablen Alter zu sein, weist jedoch nicht nur Vorteile auf. Dieser Status bringt ebenso viele Nachteile mit sich, wie er auch gleichzei-tig Verpflichtungen aufbürdet. Troyes ist eine Stadt, die über eine lange Zeit in ihrem ursprünglichen Zustand geblieben ist. Mit allem, was dies an Baufälligkeit, Dunkelheit und Mangel an Komfort bedeutet. So dass man am Ende des Zweiten Weltkrieges schweres Geschütz auffahren mußte, um die Stadt von dem, was man nicht zögerte, als «Armen-und Elendsbehausungen » zu bezeichnen, zu säubern.