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Die Gemeinde erstreckt sich über 26 km² und hat etwas mehr als 1900 Einwohner, die „Liébautins“. Diese Namensgebung stammt von der Bezeichnung „Saint-Liébault“, die die Gemeinde in 1758 gegen „Estissac“ austauschte. Die Einwohner und die Kirche aus dem 13. Jh. (erweitert im 15., 16. und 17. Jh.) tragen diesen Namen heute noch. Estissac liegt 22 km westlich von Troyes, mit direkter Anbindung an die D660, und etwa fünfzehn Minuten von der Ausfahrt 19 - Vulaines der A5 aus Richtung Paris entfernt.

Die Stadt verfügt über mehrere Geschäfte, eine Vorschule und eine Grundschule. Diese grüne Gemeinde wurde mit dem Label „villes et villages fleuris“ (beblümte Städte und Dörfer) ausgezeichnet und mit einer Blume gekürt.

Wasser spielt in der Stadt eine zentrale Rolle. Drei Wasserläufe durchqueren das Tal und führten zu Beginn der Jungsteinzeit zur Ansiedlung der ersten Einwohner. Rund um die Domaine du Moulin d'Eguebaude gibt es vielfältige Aktivitäten. Die ehemalige Mühle ist heute eine Fischfarm und kann besichtigt werden. Das Waschhaus mit sog. „offenem Käfig“ ist an drei Seiten geschlossen und von 5 großen Fensteröffnungen durchbrochen, wobei eine Fassade offen gelassen wurde, vermutlich zur Belüftung. Die Backsteine, ein edles Material, sowie die architektonische Gestaltung zeugen vom Bemühen um ästhetische und praktische Details für dieses öffentliche Waschhaus. Es liegt an einer stark befahrenen Hauptstraße der Stadt, auf der die Mehrzweckhalle der Gemeinde und der Supermarkt zu erreichen sind. Die Straße führt ebenfalls zum Ehrenmal der Kriegsgefallenen der Gemeinde Estissac. Ein Gedenkstein mit einem gusseisernen Soldaten erinnert an die in den Kriegen 1870-71, 1914-18 und 1939-45 gefallenen Einwohner von Estissac.


Das Portal der im Dorfzentrum, gegenüber dem Rathaus befindlichen Kirche Saint-Liébault aus dem 18. Jahrhundert erinnert an den neoklassischen Stil, der die größten Künstler des 18. Jahrhunderts stark beeinflusst hat. Es ragt leicht über die Fassade hinaus und ist von Lisenen mit korinthischen Kapitellen und einem Gesims mit dreieckigem Giebelfeld umrahmt. Das Ganze erinnert an die Vorstellungswelt der griechisch-römischen Antike, die im 18. Jahrhundert wiederentdeckt und in die religiöse und weltliche Architektur integriert wurde, sowohl in der Hauptstadt als auch in einem Dorf der Region Pays d’Othe. Zum Mobiliar der Kirche in Estissac gehören rund ein Dutzend Werke, die unter Denkmalschutz stehen.  Darunter ein Hochrelief aus Kalkstein aus 1550-1560, Die Entschlafung der Jungfrau Maria, das den Schauplatz und den Ausdruck der Figuren in den Vordergrund stellt, vom ewigen Schlaf der Jungfrau Maria bis zur Trauer der Apostel, die auf verschiedene Arten bekundet wird. Dieses Werk wurde in 2009 anlässlich der Ausstellung „Das schöne 16. Jahrhundert: Meisterwerke der Skulpturkunst in der Champagne“ in der Kirche Saint-Jean-du-Marché in Troyes präsentiert.

Wenige Meter von der Kirche entfernt befindet sich eine im 17. Jahrhundert errichtete Halle, in der heute jeden Sonntagmorgen ein Markt stattfindet. Die Halle mit Holzbalken und solider Bedachung, in der Kornmärkte und Warenmärkte abgehalten wurden, steht sein 1990 unter Denkmalschutz.

Website der Gemeinde : Les Portes du Pays d'Othe