ÉGLISE SAINT-JEAN-AU-MARCHÉ

Kirche ,  Historische Stätte und Denkmal ,  Gotisch Um Troyes
D le Névé/OT Troyes
  • An diesem Ort stand im 9. Jh. eine Kirche mit dem Namen Saint-Jean-l’Évangéliste, in der Ludwig der Stammler von Papst Johannes VIII. zum König von Frankreich gekrönt worden sein soll. Diese Kirche wurde gegen 889-892 von normannischen Plünderern zerstört und sicherlich wie der Großteil der Gebäude in dieser Zeit aus Holz wieder aufgebaut. Im Jahre 1188 verwüstete ein Feuer das Viertel und die Kirche wurde erneut in Schutt und Asche gelegt. Doch die Champagnemessen verhalfen der Stadt zu neuem Wohlstand und die Kirche, die von da an Saint-Jean-au-Marché genannt wurde, konnte ein weiteres Mal wieder aufgebaut werden konnte.
    Saint Jean
    Im 13. und 14. Jh. wurde die Kirche vollkommen neu gebaut, dieses Mal aus Stein, und erhielt ihr heutiges Aussehen. Der Chorraum und das Querschiff, die während des Großen Brandes von Troyes im Jahre 1524 große Schäden erlitten, wurden am Anfang des 16. Jh. erneuert. Außen an der Kirche standen kleine Unterstände (Häuschen), die am Anfang des 20. Jhs. demoliert wurden. Bei den Abrissarbeiten im Jahre 1911 stürzte der Glockenturm an der südwestlichen Gebäudeecke ein und riss einen Teil des Westportals mit sich.
    In der Holzstruktur des Turmes befanden sich auch die Glocken, die derzeit in den nördlichen und südlichen Seitenschiffen abgestellt sind, den Unfall jedoch unbeschadet überstanden.
    Im Innenraum steht in der flachen Apsis ein imposanter Altaraufsatz im italienischen Stil, der 1667 vom Pariser Architekten Noblet entworfen und mit Gemälden des Troyenner Malers Pierre Mignard (17. Jh.) verziert wurde.
    Die 32 Kirchenstühle stammen höchstwahrscheinlich aus der ehemaligen Abtei Notre-Dame-aux-Nonnains (Standort der heutigen Präfektur). Das Langhaus und die Seitenschiffe mit ihren Pfeilern, dekorierten Kapitellen und verzierten Schlusssteinen sind mit großen gotischen Fensterfronten ausgestattet. Die Glasmalereien stammen aus dem „schönen 16. Jahrhundert von Troyes“. Besonders bemerkenswert ist Das Urteil des Salomon (Le Jugement de Salomon, 1511) am dritten Jochbogen, und der neugierige Besucher entdeckt in den Fenstern der Seitenschiffe Die Beschneidung Christi (La Circoncision du Christ), Das Martyrium der Heiligen Agathe (Le Martyre de sainte Agathe, mit ihrem glückseligen Lächeln!) und Die Krönung der Jungfrau (Le Couronnement de la Vierge), ein Werk, das um 1495 erschaffen wurde. Außerdem besitzt die Kirche einige schöne Skulpturen der Troyenner Schule, die zum Großteil vor dem Großen Feuer von 1524 entstanden, z. B. eine Pietà, das flämisch inspirierte Werk Die Heimsuchung (La Visitation) und Die Beweinung (La Déploration). Das Sakramentshäuschen wurde von François Girardon (1691) dekoriert.
    Im Juni 1420 fand in der Kirche Saint-Jean-au-Marché die Hochzeit des englischen Königs Heinrich V. mit Katharina von Frankreich, Tochter von Karl VI. und Elisabeth von Bayern statt. Diese Heirat war die Folge des „Schandvertrages von Troyes“, der einige Wochen zuvor in der Kathedrale von Troyes unterzeichnet worden war und den Anspruch Heinrichs V. auf die französische Krone nach dem Tod Karls VI. anerkannte.
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1 kommentar
Schrecklich
  • Extérieur sympa

    Dommage que ce soit fermé. Quelle déception !

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