Troyes, die Romantische - 10 Jahrhunderte der Liebe und der Romantik

Das romantische Troyes wird auf der einen Seite an seinen poetischen und sensiblen Orten, die seinen Charme ausmachen, offenkundig, andererseits aber auch durch die Figuren, Fakten und Ereignisse, die zu seinem hohen Ansehen beigetragen haben

Der Gerichtshof der Liebe versammelt sich in Troyes

Nur einige Städte in Frankreich besaßen das Privileg, Gerichtshof der Liebe-Theater zu sein, an dem Urteile über sentimentale Fragen gefällt wurden. Troyes zählte zu diesen Städten.

Bei diesen « Gerichten », deren Vorsitz eine Dame der feinen Gesellschaft des Königreichs innehatte, werden Querelen zwischen Eheleuten beigelegt und es wird über Fragen der Moral debattiert. Ein einziger Kodex war in Kraft, nämlich der der höfischen Liebe, und diesem muß sich jedes Individuum aus guten Kreisen anpassen und sein Verhalten danach ausrichten.

Dort werden Prinzipien wie die folgenden vorgeschrieben : « Eine Geliebte darf ihren Liebhaber niemals wegen langer Abwesenheit verlassen ». « Wer in den Krieg zieht, verliert seinen Platz nicht ! »

Es gab eine Zeit, zu der Könige und Königinnen Troyes als die Stadt auswählten, in der sie heiraten wollten : Ludwig X. le Hutin oder Heinrich V. von England zum Beispiel. Eine Zeit, zu der in Troyes das Traktat « Von der Liebe » (André le Chapelain) verfasst wurde, das die höfische Liebe in « dreizehn Grundsätze » auf-zeichnet.

Auch einige berühmte reelle oder imaginäre Paare lebten ihre Liebe im Departement « Aube » :  Héloïse und Abélard, Frédéric Moreau und Madame Arnoux (Education sentimentale oder « Erziehung des Herzens » von Flaubert), Pauline de Beaumont und der Schriftsteller François-René de Chateaubriand.